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Dave Brubeck Quartet

dat bone!
absolut episch!
song of the day \o/
Über...

Das Dave Brubeck Quartet war ein Jazz-Quartett, das 1951 von Dave Brubeck am Piano zusammen mit Paul Desmond am Altsaxophon gegründet wurde. Mit periodischen Unterbrechungen und Umbesetzungen behielt Brubeck sein „Quartet“-Konzept sechs Jahrzehnte bei – und schuf damit eine der erfolgreichsten und am längsten existierenden Formationen der Jazzgeschichte.

Werdegang

Meist dem Cool Jazz oder Westcoast Jazz zugeordnet, zeichnete sich ihre Musik überdies durch Einflüsse von Johann Sebastian Bach und der Moderne und Neuen Musik aus (Brubeck hatte bei Darius Milhaud studiert und Vorlesungen von Arnold Schönberg besucht, wie er liebte auch Desmond z. B. Debussy, Bartók, Strawinsky), so dass sich ebenso der Third Stream wiederfindet.

„Überhaupt war das Brubeck Quartett durch seinen Umgang mit ungeraden Metren, aufwendigen Formkonstruktionen und feingesponnener Kontrapunktik in den 50er und 60er Jahren ein wichtiger Impulsgeber für die Annäherung von klassischer Musik und Jazz.“ Reclams Jazzlexikon

Die ersten Quartett-Besetzungen spielten lange Zeit im Black Hawk Club in San Francisco und tourten durch eine Vielzahl von Colleges und Universitäten in den USA. Sie erfuhren eine große Bekanntheit durch Alben wie Jazz at Oberlin, Jazz Goes to College und Jazz Goes to Junior College. 1954 traten sie beim ersten Newport Jazz Festival auf. Im Vorjahr hatten sie erstmals den DownBeat Readers Poll gewonnen, was sich sowohl für sie als Gruppe (Kategorie: Combo-Instrumental) als auch für Brubeck (Personalities of the Year) und Desmond (Alto Saxophone) in den Folgejahren bis 1967 mehrfach wiederholte; zur diesbezüglichen quasi-Konkurrenz gehörten Miles Davis, das Modern Jazz Quartet und Cannonball Adderley. Brubeck und Desmond wurden später in die DownBeat Jazz Hall of Fame aufgenommen.

Im Jahr 1958, nach verschiedenen Schlagzeugern und Bassisten (s. u. Diskografie), formierte sich das so genannte „Classic Quartet“, das sich aus Brubeck, Desmond, Joseph „Joe“ Morello am Schlagzeug und Eugene Wright am Kontrabass zusammensetzte. Der perkussive Anschlag und die Blockakkorde von Brubeck zielten weniger auf eigene Brillanz als eher eine akzentuierte und kontrapunktische Spielweise, bei der dem schlank und hintergründig-elegant wirkenden, „coolen“ Saxophon von Desmond oft die Melodieführung und -ausgestaltung überlassen wurde, unterstützt von dem virtuosen und innovativen Morello und dem beständig swingenden Wright als Basis. Die vier sehr unterschiedlichen Musiker ergänzten sich kongenial.

Mit dem Afroamerikaner „Gene“ Wright setzte Brubeck wiederholt ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und Rassentrennung, die damals in großen Teilen der USA durchgeführt wurde (→ Rassismus in den Vereinigten Staaten) – was selbst in ihrer größten Erfolgsphase immer wieder Schwierigkeiten bei Auftritten, besonders in den Südstaaten, mit sich brachte.

Im Jahr 1959 veröffentlichte Columbia Records nur zögerlich das aus ihrer Sicht interessante, aber geschäftlich riskante Album, welches bald das berühmteste werden sollte: Time Out. Es enthielt ausschließlich Originalkompositionen, von denen fast keine im gewöhnlichen 4/4-Takt stand. Das Album erreichte mit Titeln wie Take Five (5/4-Takt), Blue Rondo à la Turk (9/8-Takt) und Pick Up Sticks (6/4-Takt) Doppel-Platinstatus in den USA und Goldstatus in Großbritannien, es war laut Billboard der erste Millionenseller im Jazz und gehört bis heute zu den erfolgreichsten Jazz-Platten aller Zeiten, Take Five wiederum ist weiterhin der „biggest-selling jazz song of all time“. Daran konnte das Quartett zwar mit den Alben wie Time Further Out (1961), Time in Outer Space und Time Changes nicht mehr anschließen, es behielt aber seine Experimentierfreude bei, etwa in Titeln wie dem von Handklatschen (und in den Konzerten zudem Fußstampfen und Fingerschnipsen) geprägten Unsquare Dance (1961) im 7/4-Takt, in dem Joe Morello sein Schlagzeugsolo im vertrackten Rhythmus, nur mit den Sticks auf dem Rand der kleinen Trommel (Rimshot) zur Meisterschaft brachte – die Single erhielt eine der insgesamt acht Brubeck-Nominierungen bei den Grammy Awards.

Neben ihren Experimenten mit ungewöhnlichen Taktarten waren diese Alben dafür bekannt, zeitgenössische Kunst auf ihren jeweiligen Covern abzudrucken, so in der „Time“-LP-Serie mit Bildern von S. Neil Fujita bei Time Out, Joan Miró bei Time Further Out, Franz Kline bei Time in Outer Space und Sam Francis bei Time Changes.

Im Dezember 1959 führten sie außerdem erstmals die Komposition Dialogues for ''Jazz Combo and Orchestra von Daves Bruder Howard Brubeck zusammen mit dem New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Leonard Bernstein auf. Die viersätzige Komposition zielte darauf ab, einen Dialog zwischen dem Symphonieorchester und einer Jazz-Ccombo zu schaffen. Von den drei Konzerten in der Carnegie Hall wurde eines am 12. Dezember im Rundfunk gesendet. Eine Studioversion erschien 1960 auf der LP Bernstein plays Brubeck plays Bernstein, zusammen mit ihren Jazz-Versionen einiger Titel von Bernsteins West Side Story.

Mit Unterstützung des Außenministeriums der USA besuchte das Quartett als „musikalische Botschafter“ ab 1958 nicht nur Westeuropa (einschließlich der BRD) und Japan, sondern darüber hinaus Länder wie Polen, die Türkei, Indien, Sri Lanka, Pakistan, den Iran und Irak. Musikalische Einflüsse, die sie während ihrer Tourneen erfuhren, spiegelten sich in einzelnen Titeln wie Blue Rondo à la Turk und der „Jazz Impressions“-LP-Reihe wieder, z. B. den Jazz Impressions of Eurasia (1958) und den Jazz Impressions of Japan (1964). Gleichzeitig sah Brubeck dies als ein Mittel der Völkerverständigung, mit einer ungehinderten, wenngleich manchmal wortlosen Kommunikation. Für sie als US-Amerikaner war dies zu Zeiten des „Kalten Krieges“ jenseits des „Eisernen Vorhanges“ schwierig und erschien eben deshalb notwendig. Ihre Produktivität von 1955 bis 1966 wurde durch 19 Studio- und mehrere Live-LPs für Columbia Records dokumentiert. Als ein Höhepunkt ihrer Konzertaufnahmen gilt das Album At Carnegie Hall von 1963, das von dem Kritiker Richard Palmer als „Dave Brubecks bester Auftritt“ und von Philip Clark als das beste Brubeck-Album überhaupt bezeichnet wurde.

Im Bewusstsein, dass 1967 ihr letztes gemeinsames Jahr sein sollte, wurde dieses noch einmal ausgefüllt mit einer ausgedehnten Tournee durch Kanada, Mexico und Europa sowie mit über 100 Konzerten in den USA, dann gab das „klassische“ Quartett am 26. Dezember 1967 in Pittsburgh seine finale Vorstellung. Sie trafen in dieser Besetzung nur im Jahr 1976 für das 25-jährige Jubiläum – mit 25 Konzerten in 25 Orten – wieder zusammen. Weitere Pläne zerschlugen sich: Morello, der seit seiner Kindheit zunehmend sehbehindert war, erblindete 1976 und zog sich (zugunsten seiner Lehrtätigkeit) weitgehend aus dem Konzertbetrieb zurück; Desmonds letzter Auftritt überhaupt war am 4. Februar 1977 in der Avery Fisher Hall in New York City – mit den Brubecks –, im Mai verstarb er, erheblich geschwächt, im Alter von 52 Jahren an Lungenkrebs.

Von 1968 bis 1972 war Gerry Mulligan am Baritonsaxophon als Desmonds Nachfolger zum Quartett gestoßen. Allerdings beharrte Mulligan zunächst darauf, da selbst als Bandbegründer und -leader bereits namhaft geworden, dass sich die Gruppe nun The Dave Brubeck Trio & Gerry Mulligan nannte. Beim Last Set at Newport (1971) hieß es dann wieder The Dave Brubeck Quartet feat. Gerry Mulligan. Auf We're All Together Again for the First Time, 1972 live in Europa aufgenommen, waren die beiden in Phrasierung und Temperament unterschiedlichen Saxophonisten, Mulligan und Desmond, im Vergleich auf der Bühne zu hören.

Ab 1973 bildete Brubeck immer wieder neue Formationen, etwa als The New Brubeck Quartet (1977–78, sporadisch bis in die 1990er) mit dreien seiner Söhne: Darius (Keyboards), Chris (E-Bass & Bassposaune) und Dan (Schlagzeug). In den späten 1970er Jahren waren Jerry Bergonzi (Tenorsaxophon, E-Bass), Chris Brubeck und Butch Miles (Schlagzeug) seine regelmäßigen Begleiter, ab 1981 wurde Miles von Randy Jones als Schlagzeuger ersetzt. Brubecks alter Studienfreund William Overton „Bill“ Smith (Klarinette), der schon Ende der 1940er Jahre im Dave Brubeck Octet gespielt hatte und später gelegentlich Desmond vertrat, löste 1982 Bergonzi ab. 1987 besuchte die Band nach jahrzehntelangen Bemühungen die Sowjetunion, mit je fünf Konzerten in Moskau und Leningrad sowie drei weiteren in Tallin. Ein Jahr später wurden sie, zusätzlich mit Eugene Wright als Gastbassisten, zum Gipfeltreffen von Ronald Reagan und Michail Gorbatschow nach Moskau eingeladen.

Anfang der 1990er Jahre kamen Robert Philip „Bobby“ Militello (Alt- und Tenorsaxophon, Flöte) und Jack Six (Bass) hinzu, 2002 stellte Brubeck mit Bobby Militello, Michael Moore (Kontrabass) und Randy Jones erneut das Dave Brubeck Quartet zusammen, mit dem er auch Europa besuchte und außer in Deutschland u. a. 2004 beim North Sea Jazz Festival gastierte. 2009 feierten sie auf ihrer Tournee u. a. in Newport, Monterey und beim Festival International de Jazz de Montréal das 50-jährige Timeout-Jubiläum. Am 28. Juni 2011 traten sie in Montreal zum letzten Mal im Théâtre Maisonneuve auf. In ihrer Laufbahn vielfach ausgezeichnet, erhielt das Quartett 2010 und schließlich 2012, kurz vor Brubecks Tod, nochmals den DownBeat Readers Poll.

Einen Querschnitt aus dem zweiten Vierteljahrhundert der „DBQ“-Aufnahmen veröffentlichte 2006 Concorde Jazz mit The Dave Brubeck Quartet – Best of Brubeck (1979–2004).

CC-BY-SAAuszug aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Quelle und weitere Informationen.
Hörer (3)
UserPCountTitel
sk1ll3R8824
Zahl91
Ade31
Alben (7)
AlbumTitel
25th Anniversary ReunionLyrics1
Bennett & Brubeck: The White House Sessions, L5
Concord On A Summer NightLyrics5
Ken Burns Jazz Series: Dave Brubeck13
The Lounge Box 21
Time OutLyrics7
We're All Together Again for the First Time1
Titel (24)
TitelPCountHörer
Take Five ✓✎✇273
Blue Rondo A La Turk 81
Strange Meadow Lark 71
Everybody's Jumpin' 61
Kathy's Waltz 61
Pick Up Sticks 61
Three to Get Ready 61
Koto Song 51
Benjamin41
Black And Blue 41
Softly, William, Softly41
Band Introduction21
Castilian Blues 21
Nomad 21
Thank You (Dziekuje) 21
Allegro Blues11
Audrey 11
I Get A Kick Out Of You11
In Your Own Sweet Way 11
Le Souk 11
Perdido 11
Sapito11
The Duke 11
The Real Ambassador11
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